Früher haben wir der „Familie Zürcher“ erfolgreich klargemacht, dass man im Thurgau schöner wohnt. Wir haben festgehalten, dass der Big Apple ein Wachstumsmarkt ist oder, dass Paradies im Thurgau liegt. Das waren gelungene Beispiele von Thurgauer Imagewerbung. Aktuell wird der Zürcher Hauptbahnhof wieder von einer Plakatkampagne geflutet und zwar in einer Intensität, welche diejenige von Partei-Kampagnen im Vorfeld von Wahlen übersteigt. Es wäre untertrieben zu sagen, die Kampagne sei total missglückt. Denn im ersten Moment dachte ich, dass jemand von ausserhalb Geld in die Hand genommen hat, um den Ruf unseres Kantons zu schädigen. Doch offenbar stammt die Kampagne von offizieller Seite. Es wird damit geworben, dass wir keine Berge, keine Skihütten-Lager, keine Lawinen etc. haben. Warum soll deshalb jemand in den Thurgau kommen? Seit wann streicht man bei der Werbung die negativen Punkte hervor? Haben Sie den Kanton Uri für seine schönen Kornfelder und seine Hügellandschaft Werbung machen sehen? Oder den Kanton Wallis dafür, dass schweizweit am meisten Alkoholisierte auf seinen Strassen fahren? Wohl kaum. Man sollte den Kampagnenverantwortlichen und der Agentur einmal ein Marketing-Buch schenken. Immerhin hat der Grosse Rat bei der nächsten Budgetdebatte eine Massnahme, um der Regierung auf die Sprünge helfen, wenn sie sagen sollte, die Zitrone sei ausgepresst und im Kantonsbudget könne nicht mehr gespart werden.

Thurgauerzeitung, 26. April 2013.

26.04.2013 | 2390 Aufrufe