Letzten Monat debattierte der Grosse Rat ausführlich über das EKT-Debakel, bei welchem über 35 Millionen Franken Volksvermögen verloren gegangen sind. Dabei waren sich alle Rednerinnen und Redner einig, dass neue Strukturen nötig seien und raschmöglichst wieder Vertrauen für das kantonseigene Werk geschaffen werden müsse.

Letzten Monat debattierte der Grosse Rat ausführlich über das EKT-Debakel, bei welchem über 35 Millionen Franken Volksvermögen verloren gegangen sind. Dabei waren sich alle Rednerinnen und Redner einig, dass neue Strukturen nötig seien und raschmöglichst wieder Vertrauen für das kantonseigene Werk geschaffen werden müsse. Neben den mutmasslich strafrechtlich relevanten Verfehlungen des Finanzchefs wurde von allen Parteien auch die Rolle des EKT-CEO und des Verwaltungsrates kritisch hinterfragt. Mit Ausnahme der FDP, welcher der CEO angehört, welcher der Verwaltungsratspräsident angehört, welcher der zuständige Regierungsrat angehört, forderten sämtliche Parteien den Rücktritt des CEO Urban Kronenberg. Denn immerhin war es Kronenberg, der zusammen mit dem Finanzchef für die Anlagepolitik des EKT direkt verantwortlich war. Es war ausschliesslich der CEO, welcher das Anlagereglement zum Zeitpunkt der Lehman-Anlagen genehmigt hatte. Und es war auch der CEO, welcher nach Aussage des Regierungsrates den Finanzchef «an der zu langen Leine führte». Dies alles führt aber nicht – wie der interessierte Bürger wohl erwartet – zu einem sofortigen Rücktritt des EKT-CEO, sondern zum Umstand, dass sich dieser in den Medien als unersetzlich anpreist, es sei nicht seine Art, abzuspringen. Statt, dass Regierungs- und Verwaltungsrat umgehend die Konsequenzen ziehen und den CEO freistellen, wird seitens gewisser Parteivertreter schon darüber diskutiert, welche Beschäftigungen man dem gescheiterten CEO bei der EKT noch anbieten könnte. Dabei braucht das Thurgauer Elektrizitätswerk eine neue Führung, damit das Vertrauen wieder hergestellt wird: Die Freistellung von CEO Kronenberg und den sofortigen Rücktritt des VR-Präsidenten Zellweger als Hauptverantwortungsträger. Neues Vertrauen mit neuen Köpfen benötigt das EKT, um seiner Aufgabe im Interesse der Bevölkerung gerecht zu werden. Der Regierungsrat als zuständiger Verwalter des Volksvermögens muss handeln.

08.02.2009 | 1061 Aufrufe