Nun scheint es definitiv: Der Verlust des EKT durch die Anlage von 35,8 Millionen Franken bei der konkursiten amerikanischen Investment-Bank Lehman Brothers wird grossmehrheitlich Realität werden. Damit dürften über 30 Millionen Franken Volksvermögen verloren gehen. Wenn schon nicht das Geld zurück- geholt werden kann, gilt es mindestens, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und umfassende Transparenz herzustellen.

Dies sind die Verantwortlichen der Thurgauer Bevölkerung schuldig. Doch noch immer herrscht keine Transparenz, und noch immer ist ein Teil der Verantwortlichen am Werk. So der EKT-CEO, der zusammen mit dem kriminellen Finanzchef für die Anlagepolitik des EKT verantwortlich war.

Der Regierungsrat stellte in einem Bericht fest, dass der EKT-CEO den Finanzchef an der «zu langen Leine» führte – unverständlicherweise ist er aber noch immer im Amt, und dies, obwohl sich das Kantonsparlament am 21. Januar 2009 mit überwiegender Mehrheit für dessen Entlassung stark gemacht hatte. Weiter sind zahlreiche Fragen, die zum EKT-Verlust geführt haben, noch immer unbeantwortet. So etwa die Frage, warum der EKT-Verwaltungsrat das Anlagereglement erst 21/2 Jahre nach dessen Erarbeitung auf Stufe Direktion respektive 11/2 Monate nach der letzten Lehman-Anlage im Nachhinein genehmigte. Ebenfalls offen ist die Frage, wer die in den Anlageentscheid involvierten externen Vermögensberater waren, die offensichtlich auch unrechtmässige Kick-back-Zahlungen erhielten.

Die Thurgauer Bevölkerung hat angesichts des riesigen Verlusts an Volksvermögen und Vertrauen ein Recht darauf, dass die Strukturen des EKT so bereinigt werden, dass nicht Parteifilz, sondern Fachkompetenz massgebend ist für die Besetzung der Führungsfunktionen. Ausserdem hat die Thurgauer Bevölkerung das Recht darauf, dass die nach wie vor offenen Fragen, die zu diesem Verlust geführt haben, endlich beantwortet werden. Nur wenn Transparenz hergestellt wird, kann das Vertrauen ins EKT wieder hergestellt werden.

Thurgauerzeitung, 11. August 2009.

11.08.2009 | 1169 Aufrufe