Als ich am Mittwoch wieder einmal unser nationales Boulevard-Medium las, traute ich meinen Augen nicht als über die Jahreskonferenz der Thurgauer Sozialhilfe auf Seite 3 berichtet wurde. Leider war der Artikel zutreffend. Ich habe mir das Programm der Tagung unserer Fürsorger aus den Gemeinden besorgt und musste leider feststellen, dass der Spassfaktor in der Thurgauer Sozialhilfe offenbar im Moment im Vordergrund steht, obwohl angesichts der wirtschaftlichen Situation und dem Umstand dass immer mehr Personen aus der EU in der Sozialhilfe landen, ernsthaftere Herausforderungen bestünden. Unsere Fürsorger versammelten sich am Mittwoch 5. Juni. Tagungsort: Golfklub Erlen. Tagungsbeginn: 8:30 Uhr. Programm: 3 Stunden Referate. Von 11:30 bis 14 Uhr Mittagsbuffet „BBQ mit Entrecôte, Schweinssteak, Bratwurst, Fisch, Crevetten, Pouletflügeli, Hamburger, Bratkatroffeln, Grillgemüse, Maiskolben…usw. – gestaffelt und im Wechsel mit Golf-Information und Demonstrationen.“ Um 14 Uhr dann „verzauberndes Dessertbuffet“ – danach eine halbe Stunde Referat und Tagungs-Ende um 15 Uhr. Offensichtlich war die Sozialhilfe an dieser Tagung nur Nebensache. Einzelne Gemeinden wie etwa Kreuzlingen haben deshalb auf die Teilnahme an diesem „Event“ verzichtet. Fast hätte ich es vergessen – um 15 Uhr folgte dann zum krönenden Abschluss noch das „Abschlagtraining auf der Driving-Range“. PS: Sowohl Tagungs-Kosten wie auch die Lohnkosten für diesen „Arbeitstag“ werden wohl aus den Gemeindebugets bezahlt. Ein weiterer Kommentar erübrigt sich.

Thurgauerzeitung, 14. Juni 2013.

13.06.2013 | 2957 Aufrufe