Ein Kandidat fürs Sekundarschulpräsidium verfolgte das Ziel einer Fusion von Primar- und Sekundarschulgemeinde – und machte damit auch Wahlkampf. Die Stimmbürger wählten ihn nicht, bestätigten ihn jedoch als Primarschulpräsidenten. Damit war die Meinung in Romanshorn klar: Die Arbeit von Hanspeter Heeb als Primarschulpräsident wurde geschätzt, doch man wollte kein gemeinsames Schulpräsidium. Doch Heeb gab nicht auf. So liess er sich gleich selber als Vertreter der Primarschulbehörde in die Sekundarschulbehörde wählen, um sein Ziel weiter zu verfolgen. Auch dies fruchtete nicht und er wurde nach kurzer Zeit in der Sekundarschulbehörde ersetzt. Doch damit nicht genug. Seine damalige Partei musste an der letzten Rechnungsgemeinde im Sommer einen Prüfungsantrag für ein gemeinsames Schulsekretariat stellen – welcher bei der Bevölkerung hochkant durchfiel. Wer meint, die Geschichte wäre nun abgeschlossen, irrt. Im November dasselbe Trauerspiel. Der mittlerweile aus seiner Partei ausgetretene Primarschulpräsident stellt in eigenem Namen im Rahmen der Sekundarschulversammlung einen Antrag auf ein gemeinsames Schulsekretariat. Die anderen Parteivertreter liessen ihn schon im Vorfeld der Versammlung wissen, dass sein Antrag keine Chancen hätte – und wollten ihm eine Blamage ersparen. Doch Heeb konnte es nicht lassen. So wurde sein Antrag dann von der Budgetgemeinde erwartungsgemäss mit nur zwei Ja-Stimmen erneut abgeschmettert. Damit wäre die Sache eigentlich erledigt – würde man meinen. Wie man am Samstag der Presse entnehmen musste, geht der Primarschulpräsident nun gegen die Sekundarschule mit einer Stimmrechtsbeschwerde vor. Es sei falsch und unfair informiert worden. Wie ist da am Standort Romanshorn noch eine Zusammenarbeit unter den Schulbehörden möglich, wenn ein Primarschulpräsident derart stur und entgegen der Meinung seiner Behörde „als Privatperson“ gegen die Sekundarschule vorgeht? Können die Rollen „scharf getrennt“ werden? Und ist es statthaft, geschätzter Hanspeter Heeb, Andersdenkende, Leserbriefschreiber oder Behördenmitglieder wegen Lappalien vor Gericht – teilweise bis vor Bundesgericht zu ziehen – nota bene ohne Erfolg? Und lieber Hanspeter Heeb – ist es zielführend für die Zusammenarbeit gleich im Anschluss an Friedensrichterverhandlungen mit Behördenkollegen wieder zum Courant normal in der Behörde überzugehen und zu meinen, die anderen sähen dies auch so? Wer sich wiederholt derart ins Offside manövriert hat, ist schachmatt. Da bleibt wohl nur noch eine gute Lösung für die Romanshorner Schulen: Ein sofortiger Rücktritt.

Seeblick, 19. Dezember 2014.

19.12.2014 | 1027 Aufrufe