Ausgegliederte Kulturförderung

Der Regierungsrat überweist der 1991 gegründeten Kulturstiftung aus dem Lotteriefonds jährlich 1,1 Millionen Franken zur Weitergabe an einzelne Projekte. Laut Urs Martin hat das Forum für andere Musik 2010 50 000 Franken erhalten, 2014 weitere 35 000 Franken. Die frühere Präsidentin des Forums sei die aktuelle Präsidentin der Kulturstiftung, Claudia Rüegg, deren Lebenspartner Ernst Thoma ebenfalls regelmässig auf der Em-pfängerliste stehe. Die Stiftungsräte Muda Mathis, Peter Höner, Ute Klein und Jean Grädel hätten Beträge zwischen 7400 und 70 000 Franken erhalten. Die Stadt Frauenfeld, traditionell durch den Stadtpräsidenten im Stiftungsrat vertreten, habe sechsstellige Beiträge für Bildhauersymposien, Jazztreffen oder Lyriktage abgeführt, wie Urs Martin schreibt. «Gleichzeitig werden Gesuche von international preisgekrönten Thurgauer Künstlern ohne stichhaltige Begründung abgelehnt.»

Alter Vorwurf

Der Filzvorwurf gegen die Kulturstiftung ist nicht neu. Man könne von den Stiftungsräten nicht Abstinenz im Gesuchstellen verlangen, zitierte die Thurgauer Zeitung 1999 Stiftungsratspräsident Robert Fürer. Sonst würden der Stiftung «nicht mehr jene Persönlichkeiten zur Verfügung stehen, die sie braucht».

 

Thomas Wunderlin, Thurgauerzeitung, 6. Mai 2016.

06.05.2016 | 937 Aufrufe