Am kommenden Sonntag, 8. Juni 2008, trifft sich in Romanshorn die nationale OL-Spitze zu einem Selektionslauf für die OL-Weltmeisterschaften im Juli. In einer besonderen Cup-Form findet schweizweit zum ersten Mal eine Ausscheidung Mann gegen Mann im KO-System statt. Urs Martin ist Pressechef dieses Laufs.

Nachdem der Orientierungslaufsport seit Mitte der 90er-Jahre mit dem mehrmaligen Gewinn der Goldmedaille in der Staffel durch das Männerteam, spätestens aber seit der schier unendlichen Erfolgsserie von Ausnahmetalent Simone Niggli-Luder einen gewaltigen Höhenflug erlebt hat, ist das Zuschauerinteresse an der Sportart deutlich angestiegen. Aus diesem Grund versuchen die Veranstalter, OL-Formen zu organisieren, welche für die Zuschauer attraktiver werden. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde bei der OL WM 2003 in Rapperswil-Jona gemacht, wo erstmals an Weltmeisterschaften ein Kurzsprint mitten in der Stadt veranstaltet wurde. Seither hat sich der Trend zu einem publikumsnahmen OL-Sport fortgesetzt. Einen Schritt weiter geht die OL Amriswil, welche als Organisator des am nächsten Sonntag stattfindenden Worldranking-Events Romanshorn als Wettkampfplatz ausgewählt hat. Nicht nur der Ort, sondern auch der Wettkampfmodus sind erstmals so konzipiert, dass den Zuschauern ein Maximum an Spannung und Spektakel geboten werden kann. Am Morgen findet für die Juniorinnen und Junioren sowie für die Elitekategorien der Damen und Herren ein Qualifikationslauf statt, bei welchem die jeweiligen Siegerzeiten rund 15 Minuten betragen dürften. Am Nachmittag findet für die 8 besten jeder Kategorie schliesslich ein Viertel-, Halb- und Finallauf im KO-System über je 5 Minuten statt, bei welchem der bessere Läufer jeweils eine Runde weiter kommt. Unter fachkundiger Kommentierung durch Speaker und Hintergrundmusik ist für ein grosses Zuschauerspektakel gesorgt.

Sportlich ist schon jetzt ist absehbar, dass aufgrund der Tastasche, dass die nationale OL-Spitze in Romanshorn ihren Qualifikationslauf für die OL-WM in Tschechien austrägt, grösstes Spektakel garantiert ist. Als Schweizer Aushängeschild am Start ist der Daniel Hubmann letzte Woche bei den Europameisterschaften in Ventspils (Lettland) drei Mal Vizeeuropameister wurde. Der Eschliker gewann neben Silber im Sprint und über die Langdistanz auch Staffelsilber zusammen mit seinen beiden Schweizer Kollegen Babtiste Rollier (Valagin) und Matthias Merz (Beinwil am See). Auch sie werden am Sonntag in Romanshorn an den Start gehen. Bei den Frauen muss die in den letzten Jahren international beste OL-Läuferin Simone Niggli-Luder babybedingt pausieren. Die 14-fache Weltmeisterin wird jedoch im Wettkampfzentrum vor Ort anwesend sein und für Autogramme zur Verfügung stehen. Nichts desto trotz wird mit Vroni König-Salmi eine dreifache OL-Weltmeisterin versuchen, den Stadt-OL in Romanshorn zu gewinnen. König-Salmi war 2006 aus dem Nationalkader zurückgetreten. Sie ist seit 2004 mit ihrer Familie in Finnland wohnhaft, wo sie auch trainiert. Nun will es die OL-Altmeisterin noch einmal wissen und versucht sich am kommenden Wochenende für die Weltmeisterschaften vom 10. bis 20 Juli 2008 in Olumouc (Tschechien) zu qualifizieren.

Am kommenden Sonntag wird aber neben dem Spitzensport auch der Breitensport zum Zug kommen. Knapp 1200 Läufer haben sich bereits angemeldet und für Spätentschlossene besteht die Möglichkeit in der Offenkategorie zu starten. Sie werden in rund 40 Kategorien um den Sieg am Romanshorner Stadt-OL kämpfen. Für musikalische Unterhaltung in der Pause sorgen die Swing Kinds, welche ein öffentliches Konzert geben.

02.06.2008 | 1189 Aufrufe