Mit Plakaten, übers Internet und mit anderen Werbemitteln will der Kanton Thurgau und die Schulgemeinden für ein besseres Image der Thurgauer Schulen werben und neue Lehrpersonen gewinnen. Da sträuben sich mir alle Nackenhaare. 200'000 Fr. Steuergelder verpuffen im Nichts. Die beste Förderung der Lehrpersonen wäre, endlich einmal die Bürokratie im Schulzimmer abzustellen und die Rahmenbedingungen zu verbessern. Ausserdem sollte der Kanton dafür besorgt sein, dass wieder mehr Praktiker in die Pädagogische Hochschule kommen (PHTG). Für Berufmaturanden sollte der Zugang zur Lehrerbildung vereinfacht werden. Doch was macht der Kanton? Er wehrt sich gegen den Zugang von Praktikern und unterhält an der PHTG ein leistungsfernes „Gschpürschmi“-Regime. Fast niemand fällt durch. Vorletzten Freitag verkündete der Rektor gar noch stolz an einer öffentlichen Veranstaltung, dass aufgrund der mangelnden Sprachfähigkeiten der Abgänger die Sprachen in Zukunft einfach aus dem Zeugnis gestrichen würden, nachdem die Erziehungsdirektoren es verboten hätten, die Zeugnisse für einzelne Fächer wie Sprachen nur befristet auszustellen. Wo kommen wir bei einer solchen Nivellierung der Ausbildung nach unten noch hin? Die beste Werbung nützt nichts, wenn das Produkt nicht stimmt. Daher sind die internen Hausaufgaben zu machen und die Werbekampagne ist umgehend zu stoppen.

Thurgauerzeitung, 29. September 2011.

29.09.2011 | 1644 Aufrufe