An sich ist es heikel, wenn die Politik in Unternehmen reinredet. Wenn aber ein Unternehmen zu 100 Prozent in Kantonshand ist, dann ist es Aufgabe des Kantonsrates, Exzesse zu vermeiden. Am letzten Mittwoch nun fand eine grossflächige Lobby-Aktion statt. Die Mitglieder des Bankrates der Kantonalbank sind in verschiedenen Zusammensetzungen durch die einzelnen Kantonsratsfraktionen getingelt, um gegen den Vorstoss mobil zu machen. Unabhängig, ob man nun für oder gegen den Vorstoss ist, ist es an sich schon problematisch, wenn die von uns gewählten Bankräte versuchen auf das Abstimmungsverhalten ihrer Wahlbehörde Einfluss zu nehmen. Wenn aber dann die Lobby-Aktionen so ausfallen wie am Mittwoch, dann muss man sich aber an den Kopf langen. Die Mitglieder des Bankrates versicherten, mit aller Vehemenz gegen überrissene Saläre vorzugehen, Begrenzungen nach oben einzuführen und auch schon massiv zur Reduktion der Saläre beigetragen zu haben. Ein Ja zum Vorstoss wäre geradezu eine Katastrophe für die TKB und den Kanton. Denn man würde keinen geeigneten Banker mehr finden, die für einen Lohn von nur gut einer halben Million Franken in den Thurgau kämen, um für die TKB arbeiten zu wollen. Das gäbe es nicht auf dem Markt. Schön und gut.

Wenn ich aber als Kantonsrat meiner Oberaufsicht nachkommen möchte, dann muss ich ja nachfragen können, ob wirklich alles gemacht werde. Diese Gelegenheit wurde in verschiedenen Fraktionen benutzt. Das Resultat überall das Gleiche. Sämtliche konkreten Nachfragen blieben unbeantwortet. Solange man nicht einmal gegenüber den gewählten Vertretern der 100%-igen Eigentümerschaft hinter verschlossenen Türen transparent Auskunft geben kann, muss ich annehmen, dass offenbar triftige Gründe bestehen müssen, keine Transparenz walten zu lassen! Dies ist Grund genug, das Anliegen der Kollegen Zahnd und Lei zu unterstützen, da es berechtigt ist. Denn leere Versprechungen haben wir schon genug gehört. PS: Umso unverständlicher ist das Verhalten des Bankrates für mich, da er ja an die Börse zu gehen beabsichtigt. In diesem Falle würde ihn das Börsengesetz zu Transparenz zwingen.

 

10.12.2012 | 1232 Aufrufe