In jeder privaten Pensionskasse gilt: Keine Staatsgarantie, und «sofern andere Massnahmen nicht zum Ziel führen, kann die Vorsorgeeinrichtung während der Dauer einer Unterdeckung von Arbeitgeber und Arbeitnehmern Beiträge zur Behebung einer Unterdeckung erheben (Art. 65d Abs. 3 lit. a BVG)». Genau das schlägt die vorberatende Kommission vor. Der Kantonsrat ist sich aber seiner Rolle als attraktiver Arbeitgeber bewusst und beteiligt die Arbeitnehmenden nur zu 44 anstelle von 50 Prozent. Weiter saniert der Kanton alte Ansprüche im Umfang von 53 Mio. aus. Und der Kanton gewährt noch Darlehen an die Pensionskasse in Höhe von 50 Mio. Was ist daran unsozial? Tausende Arbeitnehmer im Thurgau müssen höhere Sanierungsbeiträge an ihre private Kasse leisten und obendrein noch via Steuern an diese Sanierung beitragen. Die Steuerzahlenden haben in der Vergangenheit bereits 230 Mio. Franken an Sonderbeiträgen geleistet und zahlen jetzt noch einmal 109 Mio. Fr. Steuergeld fällt im Thurgau nicht wie Manna vom Himmel – auch nicht, wenn man genau dies laut durchs Megaphon brüllen mag.

Publiziert in Ostschweiz am Sonntag, 8. September 2013.

08.09.2013 | 86154 Aufrufe