Diese Woche liess sich die Kulturstiftung des Kantons Thurgau für ihre Gründung 1991 und die seitherige Tätigkeit feiern. Leider ging dabei vergessen, dass die Kulturstiftung zu 100 Prozent auf staatliche Mittel zurückgreift. Es ging ebenfalls vergessen, dass die Kulturstiftung eine hoheitliche Tätigkeit wahrnimmt, welche den Grundsätzen des Verwaltungshandelns genügen muss. Es ging ebenfalls unter, dass sämtliche seit 1991 ergangenen Entscheide diesen Grundsätzen nicht genügten, weil beispielsweise unterlegene Gesuchsteller nicht darüber informiert wurden, dass ihnen der Rechtsweg offen steht. Und schliesslich wurde nicht erwähnt, dass sich Stiftungsräte und Gesuchsteller oftmals gut kennen – sie sind in Teilen identisch. Es bleibt daher zu hoffen, dass in den kommenden Monaten weitere „mutige Entscheide“ folgen, um die Stiftung so auszurichten, dass die Corporate Governance den Grundsätzen dieses Jahrtausends angepasst und auf den aktuellen Stand gebracht wird.

 

 

21.07.2016 | 64582 Aufrufe