Mit Erstaunen nehme ich dieAusführungen des RomanshornerStadtrates über die zweiprozentigeSteuersenkung zurKenntnis. Diese wird als grosse Entlastung gepriesen. Fakt ist,dass Romanshorn in der Vergangenheitnegativ budgetierte,dann grosse Überschüssemachte, aktuell schönes Eigenkapitalhat, und was den Steuerfussbetrifft, kantonal fast am Ende der Rangliste ist. Ich präsidiertedieses Jahr eine Grossratskommission,welche denFinanzausgleich im Kanton neuregelt. Romanshorn erhält nun jedes Jahr 300000 Franken zusätzlichvomKanton, da maneine Angleichung der Steuerfüssebezwecken wollte.Die Gemeinde senkt also dieSteuern nicht, weil sie Einsparungenmachen würde, sie gibtlediglich den Überschuss ausdem neuen Finanzausgleich andie Bürgerinnen und Bürgerweiter. Bei der aktuellen Budgetpraxiskombiniert mit demEigenkapital von 5,8 MillionenFranken wäre deutlich mehrdrin. Aber eben: Wenn man einmalHafenstadt ist, steigen Ansprücheund Begehrlichkeiten.Lieber lässt unsere Stadtregierungden Speck am Knochenund zieht den BürgernmehrGeld aus der Tasche als nötig.

Thurgauerzeitung, 19. September 2013.

19.09.2013 | 1278 Aufrufe