FRAUENFELD. Erziehungschefin Monika Knill steht nicht nur national unter Druck, weil der Thurgau im Rahmen der Umsetzung des Lehrplans 21 den Französischunterricht auf die Oberstufe verbannen will. Sondern der Thurgau gehört auch zu jenen Kantonen, in denen der neue Lehrplan frontal angegriffen wird. Eine entsprechende Volksinitiative ist bereits zustande gekommen.

Herbst ins Auge fassen

Fünf Komiteemitglieder, alles Kantonsräte, haben nun der Thurgauer Regierung einen Brief geschrieben. Ziel ist laut Mitunterzeichner Urs Martin (SVP, Romanshorn), dass möglichst bald abgestimmt wird. So würden mit Blick auf ein allfälliges Ja zur Initiative nicht unnötig Steuergelder für den Lehrplan 21 in den Sand gesetzt. «Ein Abstimmungstermin im Herbst wäre problemlos möglich», ist Martin überzeugt. Neben dem SVP-Kantonsrat haben Peter Dransfeld (SP, Ermatingen), Daniel Frischknecht (EDU, Romanshorn), Reto Lagler (CVP, Ermatingen) und Klemenz Somm (GLP, Kreuzlingen) das Schreiben unterzeichnet, welches nicht im Namen des Initiativkomitees verfasst worden ist. Darin äussern sich die Parlamentarier besorgt über das Vorgehen der Regierung in bezug auf die Einführung des Lehrplans 21. Gleichzeitig wollen sie eine faire Volksabstimmung sicherstellen «ohne Fait accompli».

«Bedürfnis ist da»

Für Martin besteht nämlich die Gefahr, dass mit dem Urnengang möglichst lange zugewartet wird, um im Abstimmungskampf dann argumentieren zu können, «dass man den Lehrplan 21 jetzt nicht mehr stoppen kann». Die Bevölkerung solle rasch entscheiden können. 5000 Menschen hätten die Initiative unterschrieben und damit gezeigt, dass ein Bedürfnis bestehe.

Christian Kamm, Thurgauerzeitung, 2. April 2016. 

02.04.2016 | 3799 Aufrufe